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13.04.2010 - „Wir verstehen uns als lernende Organisation“ - Generalversammlung im Blindenzentrum St. Raphael
Generalversammlung im Blindenzentrum St. Raphael:
„Wir verstehen uns als lernende Organisation“
2010 steht beim Blindenzentrum St. Raphael ganz im Zeichen des 30-jährigen Gründungsjubiläums. Aus diesem Anlass sind im Laufe des Jahres verschiedene themen-spezifische Aktionen und Veranstaltungen geplant.Die heurige Generalversammlung des Blindenzentrums St. Raphael am 12. April 2010 war nicht nur Anlass, Rückschau auf ein arbeitsintensives Arbeitsjahr 2009 zu halten und den Mitgliedern den buchhalterischen Jahresabschluss zur Genehmigung vorzulegen. Auf Grund des 30-jährigen Gründungsjubiläums wurden nämlich unter anderem auch das neue Leitbild des Hauses und das Rahmenprogramm für das Jubiläumsjahr vorgestellt.
„Wir verstehen uns als lernende Organisation. Unsere weitere Entwicklung bzw. Ausrichtung wird sich an den jeweiligen Bedürfnissen der Betroffenen orientieren“, lautet einer der Grundsätze, der im neuen Leitbild festgeschrieben ist. Und damit soll klar zum Ausdruck gebracht werden, dass sich das Zentrum dem stetigen Wandel der Erfordernisse bewusst ist und diesem auch in Zukunft voll Rechnung tragen wird.
Eine der größten Herausforderungen dabei ist sicherlich die ständige Zunahme der Sehbehinderung in der Bevölkerung. Auch in unserer Provinz steigt die Zahl von Personen mit einer Sehbehinderung, insbesondere auf Grund der höheren Lebenserwartung. Während die Situation bei Blindheit klar und eindeutig ist, sind die Auswirkungen bei einer Sehbehinderung von Mensch zu Mensch völlig unterschiedlich: einen Fahrplan nicht mehr lesen können, Bekannte auf der Straße nicht wieder erkennen, die Farben nicht mehr unterscheiden, sich in einer fremden Umgebung nicht zurechtfinden, blendempfindlich sein und vieles andere mehr.
Dieser Herausforderung will das Blindenzentrum – und auch dieser Lösungsansatz ist im Leitbild enthalten - mit einem rundum flexiblen Unterstützungsnetz, das so viel Selbstbestimmung wie möglich und so viel Hilfe wie nötig gewährleistet, begegnen. Besonderer Wert wird dabei auf den regel-mäßigen Austausch mit sehenden Menschen gelegt: die Fach-kompetenz der Spezia-listen gepaart mit der Erfahrungskompetenz der Betroffenen bilden die Grundlage für die tägliche Arbeit.Die Kerntätigkeit 2009 war insbesondere von dem vielfältigen und individuell zugeschnittenen Beratungs- und Dienstleistungsangebot für die verschiedenen Zielgruppen und den zahlreichen Veranstaltungen, Kursen und Seminaren, sowie Themenwochen geprägt.
Weiter intensiviert wurde die Sensibilisierungsarbeit, insbesondere auch in der italienischsprachigen Bevölkerung. In diesem Kontext wurden zahlreiche Begegnungsstunden im Haus, in Schulen und anderen Einrichtungen landesweit vor Ort abgehalten.
„Im Laufe des Jahres wurde zudem die stolze Anzahl von 15 Praktikanten erfolgreich auf ihrem Weg durch die Ausbildung zum Sozialbetreuer und Pflegehelfer an der Landesfachschule für soziale Berufe begleitet“, präzisiert Direktorin Elisabeth Gitzl.
Auf der Tagesordnung der heurigen Generalversammlung stand auch die Neuwahl des Verwaltungsrates und der Rechnungsprüfer. Die bisherigen Verwaltungsräte Maria Fischnaller Pircher, Nikolaus Fischnaller, Peter Gliera, Karl Psenner und Josef Stockner wurden dabei wiederum einstimmig in ihrem Amt bestätigt. Blindenseelsorger August Prugger bleibt gemäß Satzung ebenfalls weiterhin Mitglied dieses Gremiums. Auch die beiden Rechnungsprüfer Rudi Hinterwaldner und Dieter Plaschke wurden einstimmig wieder gewählt.Im Sinne des neuen Leitbildes wird der in seinem Amt bestätigte Verwaltungsrat insbesondere auch großen Wert auf kontinuierliche Weiterbildung und Weiterentwicklung der beruflichen Kompetenzen der 45 Mitarbeiter legen. Damit schließt sich auch der Kreis des Selbstbildes von der lernenden Organisation, das letztlich den Betroffenen bzw. Betreuten voll zugute kommen wird und soll.
