Gemeinschaft und Bildung fördern:
Bildungs- und Freizeitwoche, Mitarbeitertagung, Monatstreffen, Jugend- und Seniorenwoche, Reisen
Der Stamm des Baumes Blindenapostolat ist aus mehreren Jahresringen geformt. Im Laufe der Zeit hat sich nach und nach eine Reihe von regelmäßigen Veranstaltungen herausgebildet. Übers Jahr verteilt, werden immer wieder Angebote zur persönlichen Weiterbildung und zur gemeinsamen Freizeitgestaltung gemacht. Die meisten Veranstaltungen haben inzwischen eine Art Stammpublikum, und das zeigt am besten, dass dieser Stamm für viele einen wertvollen Halt bietet.Bildungs- und Freizeitwoche
Die Bildungs- und Freizeitwoche gehört mittlerweile zu den traditionsreichen Angeboten des Blindenapostolates. Schon 1957 konnten in Rainegg an der Mahr bei Brixen die ersten Freizeitwochen sowie Exerzitien stattfinden. Die Einladung zur „Retzhofer Bildungswoche“ 1962 durch den Vorsitzenden der Steiermark, Max Roßbacher, sollte ungeahnte Möglichkeiten, bis auf den heutigen Tag, erschließen.
1963 fand dann schon die erste Bildungswoche statt, damals wieder im Ansitz Rainegg, der von den Steyler Missionsschwestern geführt wurde.
Fünf Jahre später, im Jahr 1968, übersiedelte die Freizeit- und Bildungswoche in das diözesane Bildungshaus „Lichtenburg“ in Nals. Rainegg war zu klein geworden.
Die „Lichtenburg“ schafft seitdem die ruhige und gastfreundliche Atmosphäre für diese jährliche Veranstaltung. Das Erfolgsrezept dieser Woche zu Herbstbeginn ist die gefällige Mischung, bei der für jede und jeden etwas dabei ist. Im Programm wechseln sich Vorträge und Kleingruppenarbeiten, Begegnungen mit Persönlichkeiten und geselligem Beisammensein – meist am Abend – ab. Anerkannte Fachleute kommen in die „Lichtenburg“, um über die unterschiedlichsten Themen wie Gesundheit, Umgang mit Behinderung, Kultur aber auch politische und gesellschaftliche Entwicklungen zu informieren. Fester Bestandteil der Woche sind die religiösen Angebote wie Besinnungen, hl. Messe und der religiöse Tag mit dem Blindenseelsorger August Prugger.
Zum Programm der Freizeit- und Bildungswoche gehört auch ein Ausflug, bei dem sich Kultur und Geselligkeit ergänzen. Das Wesentliche dieser Woche ist die gegenseitige Ermutigung, die Erfahrung des Getragenseins in einer Gruppe von Betroffenen, in der es im gemeinsamen Tun darum geht, selber zu wachsen und dazu beizutragen, dass auch andere wachsen können und trotz Blindheit und Sehbehinderung Sinn im Leben erfahren können. Immer wieder wird die Erfahrung gemacht, dass besonders für Neuerblindete der Schritt in die „Lichtenburg“ ein großer Schritt in der Krisenbewältigung ist.
Mitarbeitertagung
Die Fortbildung der Mitarbeiter und Verantwortlichen wird im Blindenapostolat groß geschrieben. Jährlich findet, (meist) am Palmsonntagwochenende, die Mitarbeitertagung im Schwesternheim in Völs mit hervorragenden Referenten statt. Themen sind z. B.: Gruppendynamik, Persönlichkeitsbildung und Weiterbildung von Führungskräften.
Monatstreffen
Einen Stamm-Platz am Baum des Apostolates haben die Monatstreffen, früher in der „Poa“ in der Nähe vom Bahnhof in Bozen und inzwischen im Blindenzentrum „St. Raphael“ in Bozen.Die Abende werden von sehbehinderten und blinden Jugendlichen selbständig organisiert und gestaltet. An jedem ersten Dienstag im Monat kommen an die 30 bis 40 Hausbewohner und Interessierte aus Bozen und Umgebung zusammen. Auch hier ist das Programm bunt gemixt, es reicht vom Vortrag über psychische Störungen über Tipps zur Pflege von Blumen und Balkonpflanzen bis zum lockeren Kabarettabend. Die verschiedenen Feste im Jahreskreis und Kirchenjahr werden dabei im Programm berücksichtigt.
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Kulturreisen
Sehenswürdigkeiten sind das Ziel der meisten Reisen: Einmal auf dem Petersplatz stehen, den Eiffelturm erklimmen, zu Füßen der Pyramiden sinnieren oder über die Akropolis in Athen schlendern. Manches auf der Welt muss man eben gesehen haben!Aber auch Menschen, die nichts sehen, gehen auf Reisen. Auch sie packt immer wieder die Reiselust. Ausflüge im eigenen Land, aber auch mehrtägige Kulturreisen stehen seit Jahren als fixer Punkt auf dem Arbeitsprogramm des Blindenapostolates. Unerlässliche Stützen auf diesen Reisen sind die Begleiter und Helfer, die so genannten Raphaels.
Wenn Blinde und Sehbehinderte eine Reise tun, haben sie nachher sogar unglaublich viel zu erzählen. Auch wenn sie Landschaften, Städte, Meer und Berge nicht mit ihren Augen sehen können, saugen sie viele andere Eindrücke mit ihren anderen Sinnen auf: Sie lassen sich Bauten, Kunstwerke und Wetter beschreiben, schreiten berühmte Plätze und Gassen ab, ertasten Brunnen und Steine, riechen den Duft der Felder und des Meeres, genießen die Gemeinschaft und spüren die besondere Atmosphäre einer Piazza.

Jugend- und Seniorenwochen
Immer wieder organisieren sich Jugendliche selbst und sie treffen sich im Blindenzentrum oder in anderen Bildungshäusern. Weiters nehmen Jugendliche jährlich an internationalen Jugendwochen im deutschen Sprachraum teil oder sie organisieren diese hier in Südtirol.Die Seniorenwoche findet im Blindenzentrum statt. Das vielfältige Programm mit interessanten Persönlichkeiten und Aktivitäten in einer entspannten und heimeligen Atmosphäre sowie Geselligkeit, Abwechslung und Impulse für den Alltag erfreuen die immer größer werdende Gruppe der Seniorenwoche. Sehr geschätzt werden die religiösen Angebote im Haus. Ist es doch vor allem für Senioren oft sehr schwierig, eine Begleitung zu finden, um in die Kirche zu kommen. Es ist Teil der Lebensphase, sich auch mit Gebrechen und Abbau von Kräften auseinander zu setzen und die Erfahrung zeigt, dass diese positiven Erfahrungen bei der Seniorenwoche im Blindenzentrum vielen die Entscheidung für ein Wohnheim erleichtert.

