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Bericht über das Bezirkstreffen in Sterzing

 
Das Bezirkstreffen in Sterzing am Sonntag, 12. März war wieder als ein voller Erfolg in Richtung Öffentlichkeitsarbeit zu betrachten.


In der Kirche bei der Heiligen Messe stellte Nikolaus Fischnaller am Anfang kurz das Blindenapostolat Südtirol vor, Birgit Lun las die Lesung in Blindenschrift und Elfriede Platter gab im Anschluss an die Predigt eindrucksvoll Zeugnis über ihr Leben als Blinde.

Nach dem Gottesdienst nahmen wir am Suppensonntag, einem sozialen Projekt der OEW (Organisation für Eine solidarische Welt), teil. Das war wiederum eine sehr gute Gelegenheit Begegnung und Gemeinschaft mit der Ortsbevölkerung zu pflegen.



Hier die Worte von Elfriede Platter:

Im Gottesdienst in der Pfarrkirche hatte ich die ehrenvolle Aufgabe Zeugnis über mein Leben zu geben.

Unter anderem sagte ich folgendes: Habt keine Angst auf blinde Menschen zuzugehen. Ich weiß, dass das nicht leicht ist, aber versuchen Sie es trotzdem. Es ist in Wirklichkeit kein Unterschied zwischen mir und Ihnen. Außer, dass mir der Sehsinn fehlt. Aber dafür sind die anderen Sinne besser ausgebildet. Das ist gut so, denn dadurch ist es mir möglich meine Blindheit auf andere Weise auszugleichen. So hilft mir das Gehör bei meiner Orientierung im Straßenverkehr.

Ich habe sicher viele Interessen die nicht anders sind als bei Ihnen. Es gibt blinde Menschen die gerne in die Natur gehen, die gerne verschiedenste Sportarten ausüben, Frauen, die ihren Haushalt machen, blinde Omas, die auf ihre Enkelkinder aufpassen.

Im Grunde unterscheidet sich unser Leben nicht von eurem. Natürlich brauchen wir für manche Hausarbeiten länger, aber von mir kann ich sagen, dass ich die mir gestellten Herausforderungen und Aufgaben gerne mache. Ich pflege meine Hobbies, wie Sie auch. Ich lese sehr gerne und bin gerne draußen in der Natur.

Natürlich sind wir nicht immer fröhlich und gut drauf. Wir haben ebenso Sorgen wie Sie, wir trauern um Familienmitglieder oder Freunde, wenn sie verstorben sind.

Damit ich mein Leben gut meistern kann brauche ich öfters Hilfe, die mir oft mein Mann Franz, der im Rollstuhl sitzt, gibt. Er leiht mir seine Augen und ich ihm meine Füße.

Etwas ist mir ganz wichtig zu sagen: In meinem Leben ist der Glaube sehr wichtig. Ich vertraue auf unseren himmlischen Vater, der mein Leben lenkt und mich durch alle Schwierigkeiten des Lebens begleitet.

 

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